Saturday, 14. january 2012 6 14 /01 /Jan. /2012 17:52

Bei Dysmorphophobie (altgr. dys „schlecht“ (hier: „Miss-“), morphé „Form“ (hier: „gestaltet“-), phóbos „Furcht“) handelt es sich um eine Störung der Wahrnehmung des eigenen Leibes. Im DSM-IV wird sie Körperdysmorphe Störung genannt (engl. Body Dysmorphic Disorder), gleichbedeutend ist Körperbildstörung (engl. Body Image Disturbance). Normalpsychologische Grundlage der Körperschemastörung ist das Konzept des Körperschemas.

Die Betroffenen nehmen ihren Körper oder einzelne Körperteile als hässlich oder entstellt wahr. Am häufigsten beziehen sich die betroffenen Körperteile auf das Gesicht oder den Kopf (wie z. B. Akne, Narben, eine zu große Nase oder Ohren, asymmetrische Gesichtszüge), aber es kann auch jedes andere Körperteil betroffen sein (z. B. Füße oder Geschlechtsteile). Die Betroffenen leiden wegen ihres Aussehens oft unter zwanghaften Gedanken, die bis zu mehrere Stunden am Tag andauern können. Weiterhin zeigen die Betroffenen oftmals sogenannte ritualisierte Verhaltensweisen: das Überprüfen des Aussehens in Spiegeln oder anderen reflektierenden Oberflächen, das Vergleichen des eigenen Aussehens mit dem Aussehen anderer Personen, ritualisiertes Auftragen von Makeup oder anderen Kosmetikartikeln. Auch das Vermeiden sozialer Situationen wie z. B. Partys oder Einkaufszentren aus Angst vor negativer Bewertung durch andere Personen ist häufig vorzufinden.

Die genauen Ursachen für die Entstehung der körperdysmorphen Störung sind unbekannt. Es wird mittlerweile angenommen, dass sowohl biologische als auch soziokulturelle Faktoren hierbei eine Rolle spielen könnten.

Weiterhin kann es sein, dass neu auftretende Verletzungen, Behinderungen, Entstellungen oder eventuell nur kleine Veränderungen am Körper oder der Körperwahrnehmung Menschen aus dem „Gleichgewicht“ bringen können. Liegt objektiv betrachtet kein Grund für eine Störung des Körperbildes vor, können Fremd- und Selbstwahrnehmung erheblich auseinanderklaffen.

 

Es handelt sich um eine psychische Störung, bei der Betroffene befürchten, durch einen Defekt, der für andere entweder überhaupt nicht oder lediglich minimal erkennbar ist, stark entstellt zu sein. Aufgrund dieser Angst zeigen Dysmorphophobiker bestimmte Verhaltensweisen, die sich zum einen auf das Überprüfen und zum anderen auf das Kaschieren des vermeintlichen Makels beziehen. Viele der Betroffenen haben keine oder eine geringe Krankheitseinsicht, d. h. sie sind der festen Meinung, sie seien unattraktiv.

Zudem fühlen sich die Betroffenen in der Öffentlichkeit von anderen angestarrt und fürchten, die vermeintliche Entstellung gebe anderen Anlass zu Ablehnung und Verachtung – was häufig einen Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben zur Folge hat. Aufgrund der befürchteten Hässlichkeit des eigenen Körpers, ist es für Betroffene oftmals schwierig oder unmöglich, sich mit als attraktiv empfundenen Personen zu unterhalten oder gar eine Liebesbeziehung zu führen (siehe Sexualangst). Im Extremfall kann es zum totalen Rückzug in das eigene Zuhause und zur völligen Vereinsamung kommen. Die Betroffenen leiden häufig unter einer starken Angst vor negativer Bewertung durch andere, und die Komorbidität mit der sozialen Phobie ist sehr hoch. Interessanterweise konnte in einer Studie gezeigt werden, dass bei allen Individuen, die sowohl unter einer körperdysmorphen Störung als auch unter einer sozialen Phobie litten, der Störungsbeginn der sozialen Phobie in allen Fällen vor dem Störungsbeginn der körperdysmorphen Störung lag (Wilhelm, Otto, Zucker, Pollack, 1997).

 

Am 22.1. läuft auf VOX eine Reportage zu diesem Thema.

Hier mehr inklusive Trailer.

 

http://www.dysmorphophobie.de/dysmorphophobie.jpgWenn ihr auf das Bild rechts klickt, gelangt Ihr auf eine interessante Homepage zum Thema.

 

 

 

 

von Praxis für Familientherapie
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