Freitag, 9. oktober 2009


Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung

 

Der Schweizer Psychologe Jean Piaget (1896 - 1980) hat die Entwicklungspsychologie auf dem Gebiet der kognitiven Entwicklung stark geprägt.

Der Mensch wird mit zwei fundamentalen Tendenzen geboren.

Adaption                                                            Organisation

 

 

                              Assimilation                       Akkomodation

 

Die Adaption ist die Anpassung an die Umwelt und umfasst zweit Prozesse:

Akkomodation: die Veränderung des eigenen Verhaltens, um sich selbst den Umweltbedingungen anzupassen

Assimilation: die Veränderung der Umwelt, um diese den eigenen Bedürfnissen, Wünschen usw. anzupassen

Die Organisation ist die zweite Tendenz. Hier findet die Integration der eigenen Prozesse in kohärente Systeme statt.

Beispielsweise kann ein Baby zunächst etwas entweder greifen oder anschauen. Wenn es dann die Augen-Hand-Koordination gelernt hat, kann es Beobachtung und Handlung in ein System integrieren.

Da der Mensch mit sich und seiner Umwelt in Harmonie sein möchte, wird durch die Adaption und Assimilation immer wieder ein Gleichgewicht hergestellt.


Piaget unterscheidet vier Hauptstadien der kognitiven Entwicklung bei Kindern

 

 

 

Deutlich wird, wie sich das Denken immer mehr von der Wahrnehmung, der Anschauung und dem Handeln löst, also zunehmend "abstrakter" wird. Oder anders gesagt: Zunächst stehen Objekte und deren Charakteristika - insbesondere ihr Verhalten, wenn man mit ihnen handelnd umgeht - im Mittelpunkt des Denkens, und später rationale, logisch-mathematische Operationen.

"Piaget kam zu der Schlussfolgerung, dass für kleine Kinder vor dem sechsten Lebensjahr das geistige Leben überhaupt nicht existiert. Im Hinblick auf psychologische Phänomene sind sie Realisten, sagt er. Sie unterscheiden nicht zwischen geistigen Gebilden, wie Gedanken und Träumen, und realen physischen Dingen"

Kleinkinder seien egozentrisch, hätten also noch nicht ein Bewusstsein ihrer selbst (und über die Subjektivität der eigenen Erfahrung) entwickelt und könnten dementsprechend noch nicht die Welt objektiv sehen.

 

Empfohlener Link: Stufenmodell genau erklärt

Wenn Sie Therapeuten, die nach Piaget Methoden arbeiten, zusehen wollen, dann finden Sie einige Videos dazu auf Youtube.

Hier ein Link von mir den ich favorisiere.

Englischkenntnisse wären hier von Vorteil!!
von Dipl. Psychologin Susann Müller - veröffentlicht in: Beratungspraxis - Community: anonyme Online Beratung
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Donnerstag, 8. oktober 2009

Passend zur Märchentherapie habe ich hier noch ein zweites Märchen online gestellt.
Der Froschkönig wurde von Eugen Drewermann, sowie andere Grimms Märchen analysiert.

Er hat hier auf Radio Voralber (ORF) diese Analyse kommentiert.
Sie können es sich unter folgendem Link herrunterladen oder online anhören.

Der Frosch hat Dir in der Not geholfen und nun darfst Du ihn nicht verachten. Du bist an die Moral der Gesellschaft gefesselt und in dieser Situation kaum handlungsfähig. Denn der grosse Zeigefinger der Gesellschaft warnt uns davor, uns  ja im rechten Lichte zu zeigen.

Hier geht es zum Märchen " Der Froschkönig"

Hier geht es zur Sendung von Radio Voralberg - Eugen Drewermanns Analyse des Froschkönigs



















Welches Märchen haben Sie als Kind (und heute) noch geliebt???

Praxisanschrift:
Psychologische Beratungspraxis
Susann Müller
Landsberger Strasse 302
80687 München
Tel. 089/82005376
http://www.psychologisches-couching.com

von Dipl. Psychologin Susann Müller - veröffentlicht in: Nachdenkliches - Community: anonyme Online Beratung
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Sonntag, 4. oktober 2009

Passend zu meinem letzten Eintrag habe ich hier mal ein Beispiel angebracht.

Die Geschichte vom Wolf und die sieben Geisslein.
Ein Kind oder ein Mensch der sich in Kindheitstagen mit diesem Märchen identifiziert, der lebt in einer Familie die Jürgen Drewermann wie folgt sieht:



Vortrag vom Theologen und Psychoterapeuten Eugen Drewermann. Märcheninterpretation des Märchens "Der Wolf und die sieben Geisslein". Drewermann ist besonders bekannt durch seine hervorragenden tiefenpsychologischen Märcheninterpretationen, Bibeldeutungen und seine gesellschaftskritischen Live-Vorträge zu Themen wie "Geld", "Krieg" usw.

     
 
 
 
 

  Märchen
   
   
  Titel  
  von den Gebrüdern Grimm  
  Es war einmal eine alte Geiß, die hatte sieben junge Geißlein. Die hatte sie so ganz doll lieb, wie eben eine Mutter ihre Kinder lieb hat.  
   
 

Eines Tages wollte sie in den Wald gehen und Futter holen. Weshalb sie alle sieben herbei rief und sprach: "Liebe Kinder, ich muss hinaus in den Wald. Seid inzwischen brav, sperrt die Türe gut zu und nehmt euch in acht vor dem Wolf! Wenn er hereinkommt, frisst er euch mit Haut und Haaren. Der Bösewicht verstellt sich oft, aber an seiner rauen tiefen Stimme und an seinen großen schwarzen Füßen werdet ihr ihn gleich erkennen."Die Geißlein sagten: "Liebe Mutter, wir wollen uns schon in acht nehmen, du kannst ohne Sorge fortgehen." Da meckerte die alte Geiß und machte sich getrost auf den Weg.

 
 
Es dauerte aber nicht lange, da klopfte jemand an die Haustür und rief: "Macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von euch etwas mitgebracht!" Aber die Geißlein hörten an der rauen Stimme, dass es der Wolf war. "Wir machen nicht auf", riefen sie, "du bist nicht unsere Mutter. Die hat eine feine und liebliche Stimme, deine Stimme aber ist rau. Du bist garantiert der Wolf!"Da ging der Wolf fort zum Krämer und kaufte sich ein großes Stück Kreide. Er aß es auf und machte damit seine Stimme fein. Dann kam er zurück, klopfte an die Haustür und rief: "Macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von euch etwas mitgebracht!" Mutter geht aus dem Haus!
 
   
   
 

Aber der Wolf hatte seine schwarze Pfote auf das Fensterbrett gelegt. Das sahen die Kinder und riefen: "Wir machen nicht auf! Unsere Mutter hat keinen schwarzen Fuß wie du. Du bist bestimmt der Wolf!"

da lief der Wolf zum Bäcker und sprach: "Ich habe mir den Fuß angestoßen, streich mir Teig darüber!"
Als der Bäcker die Pfote bestrichen hatte, lief er zum Müller und sprach: "Streu mir weißes Mehl auf meine Pfote!" Der Müller dachte, der Wolf wolle jemanden betrügen, und weigerte sich. Aber der Wolf sprach: "wenn du es nicht tust, fresse ich dich!" da fürchtete sich der Müller und machte ihm die Pfote weiß.

 
 

Der Wolf rückt an!

Jetzt ging der Bösewicht zum dritten Mal zu der Haustür, klopfte an und sprach: "Macht auf, Kinder, euer liebes Mütterchen ist heimgekommen und hat jedem von euch etwas aus dem Wald mitgebracht!"

Die Geißlein riefen: "Zeig uns zuerst deine Pfote, damit wir wissen, dass du unser liebes Mütterchen bist."

Da legte der Wolf die Pfote auf das Fensterbrett. Als die Geißlein sahen, dass sie weiß war, glaubten sie, es wäre alles wahr, was er sagte, und machten die Türe auf.

 
 
Wer aber hereinkam, war der Wolf! Die Geißlein erschraken und wollten sich verstecken. Das eine sprang unter den Tisch, das zweite ins Bett, das dritte in den Ofen, das vierte in die Küche, das fünfte in den Schrank, das sechste unter die Waschschüssel, das siebente in den Kasten der Wanduhr. Aber der Wolf fand sie und verschluckte eines nach dem andern. Nur das jüngste in dem Uhrenkasten, das fand er nicht. Als der Wolf satt war, trollte er sich fort, legte sich draußen auf der grünen Wiese unter einen Baum und fing an zu schlafen. Die Geißlein verstecken sich!
Etwas Später kam die alte Geiß aus dem Walde wieder heim. Ach, was musste sie da erblicken!
Der vollgefressene Wolf! Die Haustür stand sperrangelweit offen, Tisch, Stühle und Bänke waren umgeworfen, die Waschschüssel lag in Scherben, Decken und Polster waren aus dem Bett gezogen. Sie suchte ihre Kinder, aber nirgends waren sie zu finden. Sie rief sie nacheinander bei ihren Namen, aber niemand antwortete. Endlich, als sie das jüngste rief, antwortete eine feine Stimme: "Liebe Mutter, ich stecke im Uhrenkasten!"
da holte die Mutter das junge Geißlein aus seinem Versteck heraus, und es erzählte ihr, dass der Wolf gekommen wäre und die anderen alle gefressen hätte.
 
 

Ihr könnt euch denken, wie da die alte Geiß über ihre armen Kinder geweint hat! Endlich ging sie in ihrem Jammer hinaus, und das jüngste Geißlein lief mit.

Als sie auf die Wiese kamen, lag der Wolf immer noch unter dem Baum und schnarchte, dass die Äste zitterten. Die alte Geiß betrachtete ihn von allen Seiten und sah, dass in seinem vollen Bauch sich etwas regte und zappelte. Ach, Gott, dachte sie, sollten meine armen Kinder, die er zum Nachtmahl hinuntergewürgt hat, noch am Leben sein? da musste das Geißlein nach Hause laufen und Schere, Nadel und Zwirn holen. Dann schnitt die alte Geiß dem Bösewicht den Bauch auf.

Kaum hatte sie den ersten Schnitt getan, da streckte auch schon ein Geißlein den Kopf heraus. Und als sie weiter schnitt, sprangen nacheinander alle sechs heraus. Sie waren alle heil und gesund, denn der Wolf hatte sie in seiner Gier ganz hinuntergeschluckt.

Das war eine Freude! da herzten sie ihre liebe Mutter und hüpften wie Schneider bei einer Hochzeit.
Die Muttergeiß aber sagte: jetzt geht und sucht große Steine, damit wollen wir dem bösen Tier den Bauch füllen, solange es noch im Schlafe liegt." Da schleppten die sieben Geißlein in aller Eile Steine herbei und steckten ihm so viele Steine in den Bauch, als sie nur hineinstopfen konnten. Dann nähte ihn die Alte in aller Eile wieder zu, so dass der Wolf nichts merkte und sich nicht einmal regte.

 
 
Der Wolf fällt in den Brunnen! Als er endlich ausgeschlafen war, machte er sich auf die Beine. Weil aber die Steine Ihm im Magen großen Durst verursachten, wollte er zu einem Brunnen gehen und trinken. Als er aber anfing zu laufen, stießen die Steine in seinem Bauch aneinander und zappelten. Da rief er: "Was rumpelt und pumpelt da in meinem Bauch herum? Ich meinte, es wären sechs Geißelein - Doch sind's lauter Wackerstein."
Und als er an den Brunnen kam und sich über das Wasser bückte und trinken wollte, da zogen ihn die schweren Steine hinein, und er musste jämmerlich ersaufen.
 
 


Als die sieben Geißlein das sahen, kamen sie eilig herbeigelaufen und riefen laut:

"Der Wolf ist tot! Der Wolf ist tot!"

Und sie fassten einander an den Händen und tanzten mit ihrer Mutter vor Freude um den Brunnen herum.

 

Der Tanz um den Brunnen!
 
  - ENDE -      
 




 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   









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Samstag, 3. oktober 2009


In den Sitzungen der Familientherapie, wende ich gerne das Märchenspiel an.

Mittlerweile hat der Erfolg sich so weit rum gesprochen (in München) das eines Tages sich eine Frau bei mir
in der Praxis meldete und sagte: Ich liebe das Märchen von Aschenputtel - was habe ich für ein Problem?

Ich wurde unsicher und dachte mir erstmal<<Worauf will Sie hinaus?>>

Sie hörte von Ihrer Freundin - die mit Ihrer Familie bei mir in einer Sitzung war - das ich anhand Ihres Lieblingsmärchen, die Grundproblematik Ihrer psychischen Geschichte herausfinden konnte.

Das klingt sehr abenteuerlich, ist aber auf der Grundlage eines Kollegen von mir entsprungen.

Herr Drewermann machte sich auf und analysierte die Grimmsmärchen tiefenfundiert in Form der Psychoanalyse.

Heraus kam eine sehr interessante Interpretation.
Ich gebe zu als ich das erste Mal mit seiner Version des Froschkönigs konfrontiert wurde, schüttelte ich nur mit dem Kopf und dachte mir - mal wieder ein Kollege der übers Ziel hinaus ging - aber es sollte mich eines besseren belehren.

Ich kaufte mir die Interpretation meines eigenen Lieblingsmärchens, welches ich seit der Kindheit verschlang und siehe da, VOLLTREFFER......

Nun wandte ich das GANZE in Therapieform bei meinen Klientinnen an und was geschah......90 Prozent stimmte und die restlichen 10 Prozent gestalteten sich oft in der gegenwärtigen Situation.

Als ich diese Klientin zu einer Sitzung eingeladen hatte, kam sie völlig aufgeregt und als sie ging, war Ruhe in Ihre Seele eingekehrt. Denn sie hatte nach langer Zeit eine Erklärung für ihre seelische Situation.

Aber ab diesem Punkt geht es erst in die Verarbeitung und hier greift der Therapeut auf wundersame Weise ein, indem der Klient/die Klientin zurück in ihre Kindheit versetzt wird.
In die Welt der Märchen.

Praxisanschrift:
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Susann Müller
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Donnerstag, 1. oktober 2009
Der Traum vom Haus im Schlaf, ist nicht der Wunsch ein Haus zu besitzen.
Es zeigt uns den Zustand unseres Körpers auf gesundheitlicher Ebene an.

Zum Beispiel. Man sieht im Traum ein altes Haus mit dürren Ästen (zum Beispiel Herbst).

Der Körper ist renovierungsbedürftig. Oft träumen ältere (kranke) Menschen von solchen Häusern.
Hier empfiehlt der Psychologe eine gründliche ärztliche Diagnostik/Untersuchung. Da die Seele
dem Bewusstsein signalisiert, dass ein Krankheitszustand vorliegt.
Träumen jüngere Menschen von solchen Häusern, kann dies auch Angst vor dem Altern nach sich ziehen.

Die Bäume in diesem Traum deuten darauf hin, dass der Mensch kaum noch Kraft und Energie hat.
Ausgepowert und wenig innere Reserven, können den Körper krank gemacht haben.

= Mangelnde Lebenskraft?!

Wenn man im Traum Räume sieht - des Hauses, dann zeigt der Körper sogar, wo gesundheitliche Schäden vorliegen
können.

Traumdeutung in der Psychologie ist für die Lebenshilfe und die einzelnen Sitzungen zwingend erforderlich.
Nur so kann der Therapeut in Kombination mit der bekannten Lebenssituation des Klienten, tiefer an den Punkt
der Problematik gelangen. Die Ursache entwurzeln.

Selbst Träume zu deuten ist immer schwierig, da man nie objektiv ist.

Der Therapeut nicht die objektive Haltung zum Traum ein und bezieht die bekannte Lebensproblematik bei der Traumdeutung zu Rate.

Traumtheorien:

Freud: Traumsymbole sind unterdrückte Wünsche und Triebe des Menschen. Hier spielen moralische Normen und das Gewissen des Träumers eine Rolle.

Jung: Träume sind ein Ausgleich des seelischen Unterbewusstseins. Ein einseitiges Leben wird im Traum ausgeglichen, durch das ERLEBEN der wahren Wünsche. Hier spielen Pflichterfüllung, Werte und Normen der Gesellschaft eine Rolle.

Gestalttherapie: Hier ist es ähnlich wie bei Jung. Unterdrückte Anteile unserer Seele, die gehört werden wollen.
Wir werden im Traum durch Symbole aufgefordert wo und wie das Gleichgewicht der Seele hervorgerufen werden kann. Hier sprechen viele Therapeuten von einer aktiven Hilfestellung der Seele.

Anleitung zum Träumen:

Machen Sie sich vor dem SCHLAFEN bewusst, dass Sie sich an die Träume erinnern wollen. Sagen Sie Ihrem Bewusstsein und Ihrer Seele: "Ich will mich erinnern"

Manchmal bedarf es eines Trainings.....öfter versuchen....manchmal klappt es sofort.

Legen Sich sich neben das Bett einen Stift und einen Block, damit sie sich sofort (Stichpunkte reichen) die Träume nach dem AUFWACHEN und vor dem AUFSTEHEN notieren können. Je mehr Zeit vergeht, um so weniger können Sie sich erinnern.

Führen Sie ein Traumtagebuch und lassen Sie es sich analysieren.

Ein Traumlexikon alleine wird nicht reichen. Sie brauchen einen objektiven Berater.


Viel Erfolg beim ERFORSCHEN IHRER SEELE

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